4. Favoritner Jedermannzehnkampf

4. FAVORITNER JEDERMANNZEHNKAMPF
-ICH WAR DABEI- EINE SCHILDERUNG AUS DER SIGHT EINES TEILNEHMERS

Gedanklich hat dieser 10-Kampf fiir mich bereits im sehr warmen Mai begonnen. Beim Jedermann~Zehnkampf von Georg Wertner habe ich in euphorischer Stimmung meine Anmeldung bei Leo abgegeben und bin gleich darauf verletzungsbedingt ausgeschieden. Da habe ich mich schon gefragt ob ich mit der Anmeldung nicht zu voreilig war. Aber in den Monaten bis jetzt, mit mehr oder weniger regelmäßigem Training, sind die Zweifel  verflogen. Eine neue Bestmarke ist das Ziel!
Der erste Tag:
Regen. Das dart nicht wahr sein – die ganze Woche bestes Wettkampfwetter und jetzt dieser Regen.
Ich fülle die Sporttasche mit allem möglichen Ersatzgewand.
10.45 h Start zum 100 m Lauf
Im nachhinein gesehen hatte ich diesen Lauf viel mehr genießen sollen — es war der einzige mit trockenen Schuhen! Beim Aufwärmen motiviert uns Raimund mit dem Rückenwind, da gehört der Regen einfach dazu. Und tatsachlich laufe ich in persönlicher Bestzeit. Nur so weiter!
Stabhochsprung oder ,,der Sprung ins kalte Wasser 1. TeiI”:
Der Regen ist stärker geworden. Jedesmal beim Überqueren der Latte möchte ich umdrehen – der Gedanke an die naßkalte Matte verfolgt mich. Der Bewerb wird kurz unterbrochen, weil das Schiedsgericht bei den Wassermengen nicht mehr schreiben kann. Ich bin sehr enttäuscht über mein Versagen bei 2,40 m.
Kugelst0ßen:
Endlich ein Bewerb, bei dem die dicke Trainingshose nicht stört. Ich steigere mich von St0ß zu Stoß und komme einen halben Meter weiter gegenüber dem Vorjahr. Befriedigt gehe ich in die Garderobe um ein trockenes Leibchen.
Hochsprung oder ,,KaItwasserbecken 2.TeiI”:
Das ständige An- und Ausziehen zwischen den Sprüngen wird lästig. Mit der Zeit sind Hose und Jacke innen genauso naß wie außen. Mit hängendem Kopf gehe ich nach 3 Fehlversuchen bei einer Höhe, die ich bisher Ieicht geschafft habe, in die Kabine. Erst d0rt erfahre ich, daß meine gesprungene Höhe 4 cm hoher ist! Damit bin ich zufrieden. Ich bin froh, daß dieser Bewerb zu Ende ist.
400 m:
Wegen zu hohem Wasserstand wird die Bahn 1 freigelassen. Trotz der Kälte fühle ich mich in Bestform. Auf die Plätze Halt, stopp, zurück Defekt in der Zeitnehmung. 2. Start. Jeder friert. Ich hoffe auf den Rückenwind auf der Zielgeraden und spüre nur den Gegenwind auf der Gegengeraden. Aber ich bin für meine Verhältnisse schnell.
Ende des 1. Tages. Ich bin mit meiner Tagesleistung zufrieden und freue mich auf die heiße Badewanne.
Der zweite Tag:
1. Diszipiinz Aufstehen. Mit den schlimmsten Erwartungen mache ich zunächst einen Check im Liegen.
Rechtes Knie, linke Ferse, Oberschenkel, Schulter – alles O.K.! Ich bin erstaunt.
Am Sportplatz erlebe ich die nächste Überraschung. Ich werde nach dem 1. Tag als Dritter der Seniorenwertung geführt. Ein Irrtum der rasch aufgeklärt wird, mich aber trotzdem anspornt und rechnen läßt.
110 m Hürden:
Wie immer habe ich meine Probleme mit den 5 Schritten zwischen den Hürden. Im Zweikampf mit der Nebenbahn geht sich trotzdem eine persönliche Bestzeit aus.
Diskus:
Ich kämpfe mit der Technik. Das hatte man trainieren können. Ein flaues Gefiihl steigt in mir auf, als daneben der erste 1500 m Lauf gestartet wird. Ich freue mich über das Angebot von Hans mich beim Schlußlauf zu ,,ziehen“.
Weitsprung:
Die Jubelrufe von Raimund ,,endIich wieder Regen“ fangen mich an zu nerven. Aber, um gerecht zu sein, er gibt auch sehr viele hilfreiche Tips, die mir z.B. hier eine akzepteble Weite ermtöglichen.
Ich ziehe mir wleder einmal etwas Trockenes an.
Speerwurf:
ich muß mir eingestehen, daß ich mit den Gedanken schon beim 1500 m Lauf bin. Beim Aufwärmen merke ich die Müdigkeit in den Beinen. Aber man sieht, daß die meisten in der Gruppe schon kämpfen.
1500 m:
Mit Hans rechne ich mir eine Zeit unter 6 Minuten aus um 3. der Seni0renwertung zu werden. Die Vorjahrszeit von 5*55 läßt das möglich erscheinen. Wir sind 5 Laufer mit dem gleichen Zeilvorhaben. 2. Runde — mein Einbruch auf der Gegengerade lassen Zweifel am Weiterlaufen aufkommen. Jetzt ist Hans eine große Hilfe. 3.Runde – 4Runde. die Oberschenkel brennen und die Atmung ist hektisch — Hans stachelt mich zum Schlußsprint an. Geschafft — aber Iangsamer als geplant.
Trotzdem steigt in mir ein zufriedenes Gefühl auf – wieder ein 10-Kampf beendet. Und wieder war es kein 10-Kampf gegeneinander, sondem ein Leistungstest für den einzelnen mit Unterstützung der anderen. Vielen Dank fur die sehr gute Gruppenbetreuung und ein gr0ßes Kompliment an die perfekte Organisation! Danke fur dieses Erlebnis!
Bis zum nächsten Mal, aber da trainiere ich dann so richtig
ML

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