6. Favoritner Jedermannzehnkampf – Küchenfee

Unser Zehnkampf aus der Sicht einer Küchenfee

Zwei Wochen vor dem großen Ereignis: Kisten aus der Garage holen, Inventarlisten, die Gott sei Dank im Vorjahr gewissenhaft aufgenommen wurden, durchschauen. Was wird heuer gebraucht? 400 Paar Würstel – nein, nur 340 Paar, weil Grete 60 Fleischlaibchen machen wird, 50 kg Bananen, 20 Wecken Brot, 420 Semmeln, usw., usw.  Preise vergleichen – Hofer, Merkur, Spar oder doch bei Metro? Wo sind Angebote? Wir wollen ja günstig einkaufen. Notizen machen, Würstel bestellen. Bananen sind nur diese Woche im Angebot – diese sind aber ganz grün. Der Verkäufer beteuert uns, dass sie sicher bis zur nächsten Woche schön gelb sind. Gut, wir kaufen sie.

Eine Woche vor dem großen Ereignis:
Dass ma vua de Zehnkampftag
vü zum tuan hat, is ka Frag.
Weil i mir alls einteiln tua,
hab i dann auf d’Letzt mei Ruah.
Bis auf a paar Klanigkeiten
gar ka Arbeit, nur mehr Freuden. (Trüde Marzik)

Jeden Tag der Blick zu den Bananen – ja, die Farbe ändert sich. Getränke kaufen. Wie wird das Wetter? Brauchen wir mehr kalte Getränke oder mehr Tee? Mineralwasser von Vöslauer holen alles auf seinem Platz. Es ist 21 Uhr. Jetzt schnell noch zum Metro um die Würstel fahren und zum Werkelmann ins Kühlhaus bringen. Die Bananen sind schon dunkelgelb!

Bis auf a paar Klanigkeiten gar ka Arbeit, nur mehr Freuden.

Samstag, erster Zehnkampftag: Um 3/4 7 Uhr mit großer Thermoskanne voll Kaffee am Sportplatz – das Organisationsteam, das schon seit 6 Uhr arbeitet, hat Frühstückshunger. Schon kommen auch die ersten Sportler und auch Grete mit frischem Brot und Semmeln trifft ein. Auch Maria ist schon früh auf den Beinen und wir beginnen Brote zu streichen, Kuchen zu schneiden,… Am Vormittag geht es noch recht ruhig zu und wir befürchten schon, dass uns heuer alles überbleibt. Viele STW-Damen haben Freitag mit Kuchen backen und Aufstriche rühren verbracht, daher hatten wir 33 Kuchen und 14 verschiedene Aufstriche. Am Nachmittag ging das Geschäft schon sehr gut und am Abend:

Bis auf a paar Klanigkeiten gar ka Arbeit, nur mehr Freuden

Sonntag, zweiter Zehnkampftag: Wieder um 1/2 7 Uhr am Sportplatz. Heute ist der Teufel los. Schon am Vormittag sind die Leute bei uns angestellt und wir kommen kaum zum Atem holen. Brote streichen, Würstel kochen, Kuchen schneiden… So geht es den ganzen Tag. Die Kassa klingelt! Am Abend hatten wir alles verkauft!! Bis auf ein paar Getränke, die zuwenig waren, haben wir genau kalkuliert. Von den sportlichen Aktivitäten haben wir leider überhaupt nichts gesehen. Dabei sollen gute Leistungen erbracht worden sein. Der Kinderwettkampf soll auch sehr nett und lustig gewesen sein, das haben uns die Leute erzählt. Als die letzten Sportler mit ihren Wettkämpfen fertig waren und wir unsere Küche zusperren konnten, spürten wir unsere Füße nicht mehr, aber wir mussten noch die Küche putzen und alles wieder in Schachteln schlichten um es nach Hause zu führen und für das nächste Jahr aufzuheben.

Der Tag danach: Der Jedermann-Zehnkampf war vorbei! Am Montag machte ich noch die Inventarlisten auf allen Schachteln und eine Einkaufsliste für 2001. Es war eine Menge Arbeit, aber uns hat es großen Spaß gemacht und ich freue mich schon auf das nächste Jahr. Ich hoffe, das Organisationsteam, das ja noch viel mehr Arbeit hatte, denkt genau so.

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